Texte

zu Musik, Weltgeschehen, Philosophie und anderen Themen

von Jürgen Plich

 

Ich bin "nur" Musiker, aber die Welt endet für mich nicht jenseits der 88 Tasten meines Flügels. Jeder Mensch sammelt in seinem Arbeitsfeld Erfahrungen, die er auch auf andere Lebensbereiche übertragen kann. Dies drückte einmal jemand sehr schön aus (ich glaube, es war Arnold Schönberg, kann aber das Zitat nicht mehr finden), indem er sinngemäß sagte: "Wer eine Symphonie komponieren kann, kann auch ein Flugzeug steuern."

 

Wenn jemand Musikinterpret sein will, muss er die Werke unvoreingenommen anschauen und darf nicht die Ideologie eines anderen, und sei es noch so kompetenten Vorbildes übernehmen. Vor ca. 30 Jahren traf ich einmal eine russische Musikstudentin, die ein Bach-Präludium aus Noten spielte, welche mit Vortragszeichen übersät waren: Ihr Professor hatte sie ihr hineingeschrieben und damit die Anschlagsweise für jede einzelne Note vorgegeben! Ihre jammervolle Aufgabe war es nun, dies minuziös umzusetzen.

 

Man sieht: Das Feld des Musizierens ist eines, in dem man Freiheit, aber auch Versklavung lernen und praktizieren kann. Klassische Musiker, die sich dauernd in einem Spannungsfeld zwischen verpflichtender Texttreue und Freiheit befinden, sind geradezu Experten in diesem Gebiet. Darum fühle ich mich aufgerufen, meine Erfahrungen mitzuteilen, damit andere sie für sich, egal auf welchem Gebiet, nutzen können.

 

Spätwerke von Beethoven in diesen schweren Zeiten (August 2020)

Glauben oder Denken? (Mai 2020)

 

Jürgen Plich
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